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Einladung mit Nebenwirkungen

Summary:

Silke lädt Wilhelmine auf einen besonderen Ausflug ein.

Triple Drabble aus Wilhemines POV.

Notes:

Inspiriert durch eine wahre Erzählung.

Work Text:

Wilhelmine wusste, dass es nicht die feine Art war, aber sie konnte nicht anders. Sie starrte Silke mit diesem Blick an, der sagte: Nicht dein Ernst.

Nur, um sich schnell ein gequältes Lächeln abzuringen, als sie sah, wie das breite Grinsen ihrer Partnerin in sich zusammenfiel.

Silke sah betreten auf das Lenkrad vor ihr. Dieser Blick tat ihr nun auch schon wieder leid. Die Rechtsmedizinerin meinte es sicher nur gut.

Wie zur Bestätigung nuschelte sie: „Die Leute im Büro meinten, du seist in letzter Zeit so gestresst gewesen, und Mirko hat nur Gutes hiervon erzählt, da dachte ich…“

Etwas hilflos gestikulierte sie nach draußen auf die endlos grüne Wiese vor ihnen.

Seufzend folgte Wilhelmine der Geste. Die Sonne war gerade erst aufgegangen, die ersten goldenen Strahlen verfingen sich im Tau. Sie wusste, wenn sie ausstieg, würde es verführerisch nach Frühling riechen, nach frischem Gras und ein bisschen Bauernhof.

Ihr Blick blieb an dem verwitterten Holzschild hängen. Alpaka-Wanderung in Lüdinghausen.

Sie zwang sich, das Gesicht nicht erneut zu verziehen, setzte ein viel zu enthusiastisches Lächeln auf und stieg aus dem Auto. Zwei Stunden, sagte sie sich. Was konnte da schon groß passieren?

Eine Menge, wie sie später feststellte. War sie mehrmals in nicht identifizierbare Dinge getreten? Ja. Hatte sie sich beschwert? Natürlich. Laut fluchend, mit Silkes Kichern im Rücken.

Und trotzdem behielt die andere Frau recht. Sie hatte das gebraucht. Die Natur, dieses gemeinsame Erlebnis, ein bisschen Abstand von Münster und allem, was diese Stadt mit sich brachte.

Gerlinde, ihre äußerst kompatible tierische Begleiterin, wirkte merkwürdig beruhigend auf sie. Auch wenn Silke behauptete, das liege nur daran, dass Gerlinde den gleichen skeptischen Gesichtsausdruck trug wie sie selbst.

Auf der Rückfahrt sagte sie nur: „Danke.“

Sie lehnte den Kopf an die Scheibe und ließ den Morgen noch einen Moment in sich nachklingen.

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