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Archive Warning:
Category:
Fandom:
Relationship:
Characters:
Additional Tags:
Language:
Deutsch
Series:
Part 1 of Liebe in der Vergangenheit
Stats:
Published:
2016-07-01
Updated:
2019-08-15
Words:
3,703
Chapters:
3/?
Comments:
2
Kudos:
41
Bookmarks:
1
Hits:
1,647

Faster

Summary:

Ein kleiner Text über Gwendolyn und Gideon, findet im 3. Kapitel von Saphirblau statt. Ich habe die ursprüngliche Handlung, wie sie im Buch beschrieben ist, abgeändert, sodass Gwen anstatt ihren Großvater zum ersten Mal zu treffen zunächst alleine Elapsiert, bis sie von einem gewissen Jemand überrascht wird.
Der erste Kuss von Gideon und Gwendolyn (in der Kirche), geschah nur wenige Stunden zuvor.
- Die Kursiv geschriebene Textstelle ist eine Originaltextstelle von Kerstin Gier aus Rubinrot, zu finden auf Seite 338, in der gebundenen Ausgabe
Der Liedtext von Faster (Sofi de la Torre) ist etwas gekürzt und auf die Textzeilen reduziert, die am besten auf Gideon und Gwendolyn passen

Notes:

Dies ist meine erste Fanfiktion, die ich auf Deutsch geschrieben habe. Ich weiß nicht mehr genau wann ich die Fanfic angefangen habe zu schreiben aber da bei mir die Vorfreude für den neuen Kinofilm Smaragdgrün eingesetzt hat und ich meinen Speicher aufräumen wollte kam ich dazu diese Geschichte jetzt hier zu posten.. :)
Kommasetzung ist leider gar nicht mein Fall, da ich meistens Kommas an Sprechpausen setze :( Tut mir leid für die Fehler.
Ich habe die gleiche Geschichte auch bei Wattpad gepostet also bitte nicht denken ich hätte sie geklaut.

Chapter 1: Unerwarteter Besuch

Notes:

Edit 15/08/2019: Formatierung zur besseren Leserlichkeit

Chapter Text

Zunächst hatte die Glühbirne, die von der Decke hing noch schwach geflackert, bevor sie vollends ihren Geist aufgegeben hatte. Ich versuchte aus diesem Grund die Taschenlampe, die mir das Eichhörnchen vorhin mitgegeben hatte, einzuschalten. Ich drückte auf den Knopf der kleinen Lampe. Anscheinend hatte wohl auch sie den Geist aufgegeben. „Na super", stöhnte ich. Ich klopfte mit meiner Hand gegen das Batteriefach. Vielleicht, dachte ich, hatte sie einfach nur einen Wackelkontakt, klopfen würde sicherlich helfen. Dem war offensichtlich nicht so, zumal sie immer noch nicht leuchtete. Da befand ich mich alleine in einem ungemütlichen Keller im Jahre 1948, der obendrein auch noch sehr kalt und feucht war, wie ich missmutig feststellen musste, und hatte noch nicht einmal Beleuchtung. Zitternd rieb ich mir die Arme. Ich wartete darauf, dass sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten, aber vergeblich. Aus den Augenwinkeln nahm ich eine flinke Bewegung am Boden wahr. Kurz darauf raschelte es. Bestimmt war das eine Ratte. Je mehr Zeit verstrich, desto mehr Unbehagen und Angst verspürte ich. Ich musste mich irgendwie ablenken. In dem Rucksack, den ich immer noch in meiner Hand hielt, befanden sich lediglich meine Schulbücher, eine Flasche Wasser, in der jedoch kaum noch etwas drin war und ein bisschen Krimskrams. Meine Hausaufgaben, insbesondere den Shakespeare-Aufsatz für Mr. Whitman den ich eingepackt hatte, würde ich im dunklen nicht fertigstellen können. Zu allem Überfluss machte sich mein Magen erneut bemerkbar. Hätte ich doch nur etwas zu essen mitbekommen, anstelle von einer nutzlosen Taschenlampe. Zutiefst frustriert pfefferte ich sie auf das grüne Sofa. Zu meinem Glück prallte sie nicht vom Sofa ab und krachte auf den Boden, sondern landete im Spalt zwischen Kissen und Lehne. Ich wollte mir nicht vorstellen, was die Wächter zu meiner Erklärung: „Oh tut mir Leid, dass die funktionslose Taschenlampe einen Sprung im Glas hat. Der armen, hungrigen Gwendolyn war furchtbar kalt und obendrein fürchtet sie sich im Dunkeln. Besonders wenn hier wahrscheinlich (ich war ja nicht ganz sicher) Ratten ihr Unwesen treiben. Hinzuzufügen wäre da ja auch noch der junge Mr. de Villiers, der mich in der Kirche geküsst hatte. Gleich zweimal, wohlgemerkt. Kaum zu fassen oder? Und der mich nun gekonnt so behandelte, als wäre das nie passiert. Deshalb hat die törichte, kleine Gwendolyn einfach die Taschenlampe mutwillig weggeworfen. Erwachsene Menschen tun sowas doch die ganze Zeit", gesagt hätten. Ich schnaubte. Nein, das konnte ich den Wächtern der Loge auf keinen Fall sagen, das würde nur ihr veraltetes Bild über Frauen bestätigen.

Gideons verhalten betrübte mich sehr. Ich konnte ihn nicht verstehen. Warum küsste er mich, nur um mich dann wieder herumzukommandieren. Warum tat er so, als sei der Kuss nicht passiert? Immerhin war er derjenige gewesen, der mit dem Kuss angefangen hatte. Ich dachte an den Beichtstuhl zurück, in dem wir uns zu dem Zeitpunkt befunden hatten.

Mit seiner Hand auf meinen Lippen hatte er sich entschuldigt, dann hatte er mein Kinn gestreichelt, meine Wange, hinauf zu meiner Schläfe... Seine Berührungen waren federleicht gewesen, dennoch lösten sie ein Gefühl wie Feuer auf meiner Haut aus. „Du bist nicht gewöhnlich, Gwendolyn", hatte er geflüstert bevor er anfing, mir durchs Haar zu streichen. „Du bist ganz und gar ungewöhnlich. Du brauchst keine Magie des Raben, um für mich etwas Besonderes zu sein." Sein Gesicht war noch näher gekommen. Und dann hatte er mich geküsst. Kurze Zeit später hatte er versucht sich zu erklären, dazu war er aber nicht mehr gekommen, da er mich erneut küsste. Bis Xemerius uns unterbrochen hatte. Gideons Verhalten war unmöglich. Dabei mochte ich ihn, sehr. Wenn er mich nicht gerade herumkommandierte war er wirklich lustig und klug, und so charmant und so gutaussehend mit seinen smaragdfarbenen Augen... Der kleine Rebell, ich lachte leise, so nannte ihn Madame Rossini immer. 

Unsanft wurde ich aus meiner Erinnerung gerissen, als ich das raschelnde Geräusch erneut vernahm. Dieses Mal war ich sicher, es musste eine Ratte sein. Ich setzte mich auf das Sofa. Konnten Ratten eigentlich springen? Ich hoffte nicht. In meinem Rucksack wühlend (ich suchte etwas zu meiner Verteidigung gegen die Ratten) fand ich meinen kleinen, orangefarbenen IPod, auf den mir Leslie freundlicherweise ein paar neue Lieder gespielt hatte. „Du hast dazu ja keine Zeit mehr", meinte sie als ich ihr dankbar um den Hals gefallen war. Die herzliche Umarmung war nicht nur für den IPod, sondern dafür, dass sie allgemein in letzter Zeit immer wieder bewiesen hatte, was für eine tolle Freundin sie doch war.
Mit dem IPod in der Hand, zog ich schwungvoll meine Beine mit auf das Sofa. Leise kichernd ging ich die verschiedenen Playlists durch. Leslie hatte sich offenbar einen heidenspaß daraus gemacht meinen IPod zu bestücken. Ich klickte mich weiter durch: alter Keller, Hausaufgaben, Relax, schlafen, Sport, Tanzbar. Obwohl ich in jede Playlist kurz herein hörte (alter Keller schien ein Mix aus verschieden Genres zu sein; Hausaufgaben waren eher sanfte Lieder, ebenso wie Relax und schlafen; Sport hingegen stellte eine Playlist mit sehr dynamischen Liedern dar, zunächst dachte ich dies auch über Tanzbar, bis ich auf ein paar eher sanftere Ed Sheeran Lieder wie Kiss me und Give me love stieß), brachte mich alter Keller am meisten zum Lachen. Außerdem befand ich mich gerade in besagtem alten Keller. Leslie hatte diese Playlist für das Elapsieren ausgewählt, da war ich mir sicher. Ich war mir auch sicher, dass sie alter Keller als Namen wesentlich lustiger fand als Elapsieren. Daher wählte ich für den Moment eben diese Playlist aus. Mr. Whitman hatte den Chronografen auf exakt 120 Minuten eingestellt. Wenngleich es sich so anfühlte als sei ich bereits mindestens eine viertel Stunde hier unten, wusste ich, dass es kaum fünf Minuten sein konnten. Ich richtete mich daher so gemütlich wie es ging auf dem Sofa ein und fing an, der Musik zu lauschen. Langsam sang ich die Lieder, die mir bekannt waren mit.
Nach einer Weile wurde mir jedoch zunehmend frischer, sodass ich aufstand und die Ratte ignorierend, zu den Liedern tanzte. Meine Augen geschlossen, träumte ich mich, passend zu den Liedern, in andere Zeiten, um auch die Dunkelheit zu verdrängen. Nach Dancing Queen, zu dem es sich, welch Wunder, prima tanzen ließ (ich imitierte dabei den Tanz aus dem Mamma Mia Film, hier im Jahr 1948 würde mich eh niemand sehen), kam Faster von Sofi de la Torre. Dabei konnte nicht anders als an Gideon zu denken.

„Can you feel it pulsing through your veins?

Fill me up with the glorious words you say

Make me part of the wonderful games you play

It's gotta be faster, faster, harder, harder

But you don't know what it means

So come on and brief me

You're obviously the chief of me

You always know what's best

I am just a singer in a hotel room

Trying hard to pass your test

And if I'm ticking all the boxes

Or tricking all the foxes

I guess it's not my call

And if you took me as I am

Would it be such a bad thing?

Saw me as I am would it be so bad?

If you felt what I had would it be such a bad thing?

Be such a bad thing?"

Ich tanzte, laut mitsingend, im Kreis.

„Das wär es sicher nicht", ertönte eine Stimme.