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Summary:

Ratchet vermisste Optimus in jedem Moment. Jetzt muss er auch noch dorthin zurück, wo so viel passiert war: die Erde. Doch es bringt mehr, als er erwartet hatte...

Notes:

Viel Spaß beim Lesen XD

(See the end of the work for more notes.)

Work Text:

"Undertone, übernimm du", sagte ich zu dem kleinen Minibot, bevor ich das Steuer losließ und das Cockpit verließ. 

Das stumme Nicken meines Partners war das letzte was ich von ihm sah, ehe ich mich umwandte. 

Als sich die Tür meines Quartiers hinter mir schloss, sackten meine Schultern zusammen und ich ließ mich auf meine Aufladebett fallen, da ich meinen Beinen nicht zutraute mich noch länger zu halten.  

Es sollte mir eigentlich nach einer so langen Zeit leichter fallen, aber es tat immer noch genauso weh, wie beim ersten Mal.

Es waren zwei Jahre her, seit Cybertron wieder lebendig wurde. Zwei Jahre seit... seit Optimus ging. 

Ich stieß ein lauten Seufzer aus und vergrub mein Kopf in meinen Servos. Selbst jetzt konnte ich es nicht mal denken, was mit ihm passiert war.

Nach diesem Ereignis hatte ich auf Cybertron alle Servos voll zu tun. Unser kleines Team musste sich um die vielen Newsparks kümmern und unser Zuhause wieder aufbauen. Doch als ich immer weniger zu tun hatte, hatte ich keine Möglichkeit, mich abzulenken. Ich zog mich immer weiter zurück und verlor mich in der Trauer um meinen Gefährten. Die anderen verstanden meine tiefe Trauer nicht. Wie auch? Sie wussten ja nicht mal, dass wir gebunden waren. Sie wussten nicht, dass ich spüren konnte, wie sein Spark erlischte und einer tiefen Leere in mir zurück  ließ, wo wir einst eine Lebenskraft geteilt hatten. Wie seine sanfte Präsens mir entschwand und mich seit tausenden von Jahren alleine zurückließ...

 

Als dann der neue hohe Rat Optimus aus den Geschichtsbüchern streichen wollte und ich ihn verteidigen musste, fühlte ich mich alleingelassen und verraten. Der Rest des Teams wurde über den kompletten Planeten verstreut. Ja genau, Cybertron war für mich nur ein Planet geworden. Was ich als ein Zuhause gesehen hab, war nicht mehr. Mein wirkliches Zuhause war weg, eins mit dem Allspark. Optimus hatte in all der Zeit den Platz von Cybertron als Heimat eingenommen. 

Das ging mir aber erst auf, als er nicht mehr war.

 

 So nahm ich ohne viel Widerspruch die Mission, Verbrecher zu jagen, an und verließ Cybertron. 

Jetzt waren zwei Jahre vergangen ich ich verfolgte einen dieser Verbrecher schon über drei Monate.

Undertone war ein unkomplizierter Partner. Redete nicht viel und war stets fleißig. So hatte ich viel Zeit mit meinen eigenen Gedanken, wofür ich ihm dankte und gleichzeitig hasste.

 

Ich hatte gehofft, wenn ich Cybertron verließ, würde es mir leichter fallen, ohne Optimus zu leben und es zu akzeptieren. Doch die Wahrheit war, dass mich überall Dinge an ihn erinnerten. An Momente, die wir geteilt hatten. 

So kann ich nicht mal das Schiff steuern, ohne das es mich Innerlich zerriss.

Denn wenn ich dann ins Weltall blickte, spürte ich schon immer fast seine Anwesenheit, doch wenn ich mich dann nach ihm umdrehte, war er nicht da und es brach meine Spark erneut.

Wir hatten bei unsere Flucht zur Erde viel Zeit damit verbracht, zusammen die unendliche Weite zu betrachten. Es hatte Optimus schon immer fasziniert und mir hat es jedes Mal den Atem gestohlen, wenn ich seine strahlende Optik gesehen hatte, als er nur wenige Zentimeter vor der Scheibe gesessen und nach draußen gestarrt hatte. Seine Hand hielt dabei  immer meine und sein Blick schweifte ständig zu mir, um mich süß anzulächeln und einen Puls der Liebe durch unsere Bindung zu schicken. Ich hatte mich dann immer an ihn geschmiegt, um die wärme seines Körpers zu spüren.

 

Wenn das geschah, erfüllte mein Körper immer eine schreckliche Kälte und ich hätte mich am liebsten zu einer Kugel zusammengerollte.

Um das zu vermeiden überließ ich Undertone das Steuer und verkroch mich in meinem Quartier.

Doch Optimus war überall. 

 

So schaffte ich es auch nie, im Bett aufzuladen. Dort war immer einer der wenigen Orte, wo Optimus und ich wir selbst sein konnten. Wir konnten frei reden und in Optimus Fall Gefühle zeigen. Außerhalb dieser Privatsphäre war Optimus immer stoisch und vergrub seine Gefühle. Ich machte es mir zur Aufgabe, ihn jeden Abend dazu zu bringen, alles rauszulassen. Ich wollte, konnte es nicht zulassen, dass mein Gefährte daran kaputt ging, all seine Emotionen zu verstecken. Ich wusste immer, wenn ich das geschafft hatte, wenn Optimus mich strahlend und voller Liebe angelächelt hatte und die Züge von Orion durchgekommen sind, in den ich mich einst verliebt habe. 

Doch genauso war Optimus immer derjenige, so scharfsinnig wie er war, der erkannt hatte, wenn mich etwas bedrückt hatte. Wir haben uns gegenseitig ausgeglichen und ich glaube fest dran, dass wir ohne einander an den Sorgen, Schuldgefühlen und Schmerzen kaputt gegangen wären. 

So wie ich jetzt...

 

Dazu war es immer am schönsten, nach einen nervenverzehrenden  Tag gemeinsam in die Aufladung zu schlüpfen, wenn Optimus seine langen starken Arme um mich schlang und mich so dicht wie nur irgend möglich hielt und ich meinen Kopf unter sein Kinn steckte.

Sogar nach einem Streit, schafften wir es immer, uns zu vertragen und uns gemeinsam ins Bett zu kuscheln.

Bis er ging und mich zurückließ...

 

Also nahm ich die schmerzenden Rückenstreben in kauf und schlief über meinen Schreibtisch gebeugt.

 

So verging die Zeit, aber gegen meine Hoffnung wurde es nicht leichter. Egal was ich tat, egal wo ich hinging, Optimus war da. Er fehlte mir.  Sehr.

Er war nicht nur mein Sparkmate, er war auch mein bester Freund gewesen, mein Seelenverwandter. Ihm konnte ich alles erzählen. Und jetzt blieb mir nichts und niemand. Natürlich hatte ich noch andere Freunde, aber Optimus war einzigartig.

 

Ich atmete zitternd aus und stand schließlich auf und ging zu meinem Schreibtisch hinüber. Clampdown war heimtückisch. Er schaffte es immer, mir im letzten Moment zu entwischen. Es war ärgerlich, aber gleichzeitig war ich dankbar für die Ablenkung. 

Ich wollte gerade anfangen zu untersuchen, wo er als nächstes hingehen könnte, als ein leises Klopfen ertönte.

"Komm rein Undertone."

Die Tür glitt auf und der kleine Bot kam herein. "Sir, ich hab ihn lokalisiert"

Ich schaute in überrascht an. Der Minibot war cleverer als er aussah und beeeindruckte mich immer wieder.

"Sehr gut gemacht! Wo ist er jetzt?"

"Er befindet sich im Anflug auf die Erde. Ich hab die Verfolgung aufgenommen und wir erreichen sie ebenfalls in einer Stunde."

 

Ich starrte ihn für einen Moment nur an. Dass wir nun genau zu dem Ort flogen, wo so viel passiert war, wo so viel mit Optimus passiert war, kam überraschend. Sehr überraschend.

Als ich Undertones irritierten Blick bemerkte, schüttelte ich kurz meinen Kopf um etwas klarer zu denken. 

"Alles klar. Ruf mich, wenn wir zur Landung ansetzen"

Wenn meine Stimme belegt klang, ließ es sich Undertone nicht anmerken. Er nickte nur, salutierte und verließ den Raum. 

 

Ich setzte mich auf den Stuhl und versuchte meine Gedanken zu ordnen.

Ich überlegte kurz, ob ich die Jagd einfach aufgeben sollte und nach anderen suchten sollte, schlug den Gedanken aber gleich wieder aus. Ich war nie einer gewesen, der sich von persönlichen Problemen stoppen ließ. Selbst wenn es die schlimmsten Probleme meines Lebens waren.

Je länger ich darüber nachdachte, desto größer wurde meine Entschlossenheit und gleichzeitig auch meine Angst. Das war das erste Mal, dass ich seit... dem auf die Erde kam. Ich war zwar schon einmal ohne Optimus dort gewesen, aber da spürte ich ihn noch und wusste, dass es ihm gut ging. Wir standen auch immer noch im Kontakt und redeten ab und zu  mit einander.

 

Doch jetzt hatte ich nichtmal die Möglichkeit, mit ihm zu sprechen... nie mehr.

Bevor ich wieder zusammenbrechen konnte, lenkte ich mich damit ab, an den Rest des Teams zu denken. Natürlich hatte ich mich von ihnen verabschiedet, aber danach blieb ich nur noch mit Bumblebee in Kontakt, doch irgendwann hörte auch das auf. 

 

Ich bekam die Nachricht von Undertone, dass wir uns nun der Erde näherten, stählerte ich mich Innerlich und verdrängte meine Gefühle tief in mir und ging zu Undertone ins Cockpit.

 

Die Erde sah immer noch genauso aus, wie ich sie in Erinnerung hatte. Blau und grün mit ihrer leuchtenden Atmosphäre. 

"Also gut, dann lass uns diesen Decepticon schnappen!" Ich nickte Undertone zu, der ebenfalls, zustimmend, nickte.

Als wir in die Atmosphäre eintraten, versuchte ich krampfhaft die Erinnerung an das erste Mal, als ich hier angekommen war, zu verdrängen. Optimus hatte damals heimlich mein Servo genommen und ihn gedrückt. Ich fühlte mich damals dadurch gestärkt und zuversichtlich. Was sich alles geändert hatte...

 

***

 

Ich war Clampdown dicht auf den Fersen. Er war nicht besonders unauffällig, wie er durch die Büsche fegte. 

Ich sah vor uns das Licht heller werden. Vermutlich eine Lichtung.

Clampdown war direkt auf dem Weg dorthin und ich war so fixiert auf ihn, dass ich nicht bemerkte, dass sich dort andere Bots aufhielten. 

"Ratchet" , Undertones Stimme riss mich aus der Konzentration und ich blieb gute 30m vor der Lichtung stehen.

"Was ist los?" Er musste etwas entdeckt haben, denn sonst würde er nichts sagen. 

"Auf der Lichtung sind Cybertronier" Er deutete nach vorne. 

Ich war wie vor den Kopf gestoßen. War ja klar, dass so etwas auf der Erde passiert.

"Dann sollten wir lieber vorsichtig sein. Es könnten mehr von der Bande geben." Ich verfiel sofort wieder in den Kampfmodus des Krieges und ging langsam und vorsichtig aus dem Wald.

 

Ich blieb wie erstarrt stehen, meine Optik wurde groß und mir rutschte die Stastskapsel aus meinem Griff, die Undertone gerade noch so auffangen konnte, bevor er dann allerdings das Gleichgewicht verlor und umkippte.  

Ich bemerkte es kaum. Meine Sicht wurde schmal und alle Geräusche um mich herum verstummten, bis ich nur noch mein rasenden Spark hören konnte. 

Es... es konnte nicht sein. 

Doch dann klang die Stimme, seine Stimme klar durch die allumfassende Stille. ""Ratchet!"

Dieses eine Wort, mein Name schlug wie ein Hammer in meinen Kopf ein. Wie er ihn betonte, mit welchem Gefühl er ihn aussprach, selbst wenn es ein überraschter Ausruf war... Das konnte nur er!

Ich starrte den Mech vor mir an. Dunkel registrierte ich die anderen Bots um ihn herum, doch im Moment verschwammen sie zu bunten Farbklecksen. 

Ich schaute ihm in die Optik und meine Beine wurden schwach, als ich die Liebe in ihnen sah. Das war der Blick, den er mir immer schenkte, wenn niemand anderes hinsah, der nur für mich bestimmt war. 

Als dann auch noch dieses liebevolle Lächeln auf seinem Gesicht auftauchte war es zu viel. 

Ich stieß ein erstickten Schluchzer aus und ab da übernahm meine Anatomie und meine Beine trugen mich voran, zu dem Mech, von dem ich dachte, er wäre Tod und ich würde ihn nie wieder sehen.

Er steckte mir die Arme entgegen und ich sprang hinein. Selbst so groß wie er war stolperte er einen Schritt nach hinten, während sich seine Arme um mich schlossen. 

Ich vergrub mein Gesicht in seiner Nackenbeuge, als ich die Arme um seinen vertraut großen Körper schlang und mich an ihn presste.

Als er sanft ein Servo um meinen Helm legte und ihn in einer vertrauten Geste streichelte konnte ich nichts mehr zurückhalten.

Ich fing an zu Schluchzen und klammerte mich an ihn, während ich völlig auseinander viel und all den Schmerz, den ich über die Jahre angesammelt hatte, rausließ.

"Es tut mir leid Ratchet." , flüsterte er in mein Ohrrezeptor. Er klang so traurig und verloren, dass es mir erneut den Spark zerriss. 

Ich drückte mich etwas von ihm weg und legte meine Servos um seinen Helm, während ich ihm in die Optik blickte. In ihnen stand Kühlmittel und als sich eine Träne löste und wischte ich sie liebevoll mit dem Daumen weg. 

"Es war nicht Ok, Optimus! Du hast mich verlassen und es hat mich kaputt gemacht". 

Ich legte meine Stirn an seine. "Aber jetzt geht es mir wieder gut. Ich bin bei dir. Das hatte ich nicht mehr erwartet und doch stehst du hier... Ich liebe dich!", sagte ich mit brüchiger Stimme.

In Optimus Optik sammelte sich immer mehr Kühlmittel. 

"Ich liebe dich auch, Ratchet! So sehr!" . Seine Stimme verlor sich in einem Flüstern und schließlich floss das Kühlmittel über und diesmal war er es, der den Kopf in meine Halsbeuge presste und anfing zu weinen. Kein Schluchzen kam aus seinem Mund, aber sein Körper fing an zu zittern, bis seine Beine plötzlich nachgaben und er mit mir in seinen Armen zusammenbrach. 

Er landete auf seinem Achtern, aber er schien keinen Schaden zu nehmen. Er weinte einfach weiter und ich streichelte stumm seinen Kopf.

Am Rande bemerkte ich, das die anderen sich zurückzogen und ich war dankbar für die Privatsphäre.

 

Langsam zog sich Optimus zurück und blickte mir wieder in die Optik. "Du hast mir gefehlt, alter Freund"

Ich lachte erstickt. " Du mir auch. Mehr als du dir je vorstellen kannst."

Dann legte ich meine Arme um seinen Nacken und presste meine Lippen auf seine. Optimus erstarrte kurz bevor er mit mir verschmolz und mich unmöglich näher brachte.

Mit diesem Kuss wurde der Rest meiner Zweifel davon gewischt, dass das ein Traum war und ich fühlte mich zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder geborgen und sicher.

 

Wie automatisch öffnete sich meine Brust, genauso wie die von Optimus und legten unsere Sparks frei. 

Ohne zu zögern presste ich mich bündig an Optimus und unsere Sparks verbanden sich. Als ich diese friedliche Präsens wieder spüren konnte, schluchzte ich auf. 

Ich spürte, wie Optimus in das dunkle Loch eindrang, dass seit seinem Verschwinden entstanden war und füllte es mit reiner Liebe und Fürsorge. Und so drängte auch ich Vorwärts, um ihn tiefer zu fühlen, Lücken zu schließen und seine Schmerzen  zu lindern, die ihn quälten. 

Als unsere Kerne vollständig verschmolzen, gab es keine Grenze mehr. Ich war Optimus und Optimus war ich. Wir waren eins.

Ich fühlte mich endlich wieder vollständig. Der Schmerz über seinen Tod begann endlich zu heilen!

 

Als wir uns wieder trennten und die Brustplatten schlossen, spürte ich seine Lippen auf meiner Stirn, die mir einen sanften Kuss gaben und ich kuschelte mich in seine Arme, die sich wieder fester um mich schlossen und genoss seine Nähe.

Als Optimus sein Kinn auf meinen Kopf legte und mich vollständig umhüllte, wusste ich, dass ich endlich Zuhause angekommen war.

Notes:

Vielen Dank fürs Lesen!
Ich hoffe es hat euch gefallen!!
Rückmeldungen sind sehr willkommen:)